ZAHLEN UND FAKTEN ZUM GETRÄNKEKARTON-RECYCLING

Zum Thema Getränkekarton-Recycling hört und liest man immer wieder Aussagen, die nicht der Realität entsprechen. Wir haben die wichtigsten Zahlen und Fakten zusammengetragen.

 

#1: Der Getränkekarton besteht aus einem wertvollen Rohstoff
Ein Getränkekarton besteht zu 75% aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz (Papierfasern). In der Kartonindustrie können die Papierfasern zu 100% recycelt werden und sind ein begehrter Sekundärrohstoff für die Herstellung von neuen Verpackungen aus Wellkarton. Die hochwertigen Papierfasern können sechs bis sieben Mal wiederverwertet werden.

Film Getränkekarton-Recycling, Teil 2: Die Verwertung

 

#2: Getränkekarton-Recycling ist ökologisch sinnvoll
Recycling von Getränkekartons ist in jedem Fall besser als Verbrennen, denn mit dem Recycling wird der nachwachsende Rohstoff Holz geschont. Durch die Wiederverwendung der Papierfasern, die im Getränkekarton enthalten sind, kann pro Jahr so viel Holz eingespart werden, wie in einem Jahr auf einer Fläche von 11'000 Fussballfelder wachsen würde.

Carbotech AG (2016): Die Zukunft des Getränkekarton-Recyclings, S. 17.
 

#3: Getränkekarton-Recycling ist technisch problemlos möglich
Die Getränkekartons können in einer Papierfabrik problemlos recycelt werden. In der Schweiz leistet die Papierfabrik Model AG beim Getränkekarton-Recycling Pionierarbeit. Ab Frühjahr 2017 wird eine neue Anlage in Betrieb genommen, die alle Getränkekartons recyceln kann, die in der Schweiz anfallen.

Film Getränkekarton-Recycling, Teil 2: Die Verwertung

 

#4: Getränkekartons sind nach Glas und PET die dritthäufigste Getränkeverpackung
Pro Jahr fallen in der Schweiz rund 700 Mio. Getränkekartons an. Das ergibt ein Verpackungsgewicht von rund 20'000 Tonnen.

Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz (2015): Getränkekarton-Recycling Von der Theorie zur Praxis. Bericht zur Pilotsammlung 2012-2014, S. 11.
 

#5: Getränkekarton-Recycling ist ein Beitrag der Gesellschaft an unseren Planeten
730 kg Abfall produzieren Herr und Frau Schweizer pro Jahr. Damit liegen wir hinter Dänemark und USA auf Platz drei der Abfallsünder. Unsere Abfallmenge nimmt jährlich zu. Davon wird nur rund die Hälfte recycelt. Mit Getränkekarton-Recycling leisten Konsumenten einen aktiven Beitrag an die Ressourcenschonung und sind damit Teil der Lösung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsherausforderungen.

Kernindikator Siedlungsabfälle (BAFU)
Infografik (BAFU): Wie viel Abfall produziert die Schweiz im Jahr?

 

#6: Ein nationales System für Getränkekarton-Recycling kostet gleich viel wie bestehende Systeme
Die Kosten für eine Separatsammlung von Getränkekartons bewegen sich im gleichen Rahmen wie bestehende Systeme (z.B. PET-Recycling). Das zeigen Systemrechnungen und praktische Erfahrungen im erfolgreich durchgeführten Pilotversuch. Der etablierte und breit akzeptierte vorgezogene Recyclingbeitrag (vRB) könnte auch für Getränkekarton-Recycling eine passende Finanzierungslösung sein.

Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz (2015): Getränkekarton-Recycling. Von der Theorie zur Praxis. Bericht zur Pilotsammlung 2012-2014, S. 40/41.

 

#7: Getränkekarton-Recycling ist ein offensichtliches Kundenbedürfnis
Studien zeigen, dass 89 Prozent der Konsumenten in der Schweiz Getränkekartons sammeln und zurückgeben würden, wenn das Angebot an Sammelstellen vorhanden wäre. Praktische Erfahrungen bestätigen das Kundenbedürfnis.

Gfk Switzerland (2016): Getränkekarton-Recycling 5. Welle. Folie: Absicht zur Nutzung der Getränkekartonsammlung (im Auftrag von Tetra Pak Schweiz AG).

 

#8: Bei Getränkekarton-Sammelstellen entstehen keine Geruchsemissionen
Die Erkenntnisse aus den Pilotsammelstellen bei Volg, Spar und in den Gemeinden zeigen, dass keine nennenswerten Geruchsprobleme vorkommen. Auch in Ländern wie Deutschland oder Österreich, wo Getränkekarton-Recycling bereits seit langem Realität ist, gibt es keine Geruchsprobleme.

Interview mit Bruno Zenklusen, Geschäftsführer Puracenter AG

 

#9: Die Fehlwurfquote ist beim Getränkekarton-Recycling äusserst tief
Das gesammelte Material aus den Pilotsammlungen weist eine hohe Reinheit auf. Die Fehlwurfquote liegt bei unter drei Prozent.

Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz (2015): Getränkekarton-Recycling. Von der Theorie zur Praxis. Bericht zur Pilotsammlung 2012-2014, S. 31.

 

 

 

Getränkekarton- und Plastikflaschen-Recycling: „Gemeinsame Sammlung“

 

#1: Innovationen auf dem Recyclingmarkt ermöglichen gemeinsame Sammlung
Dank Innovationen im Schweizer Recyclingmarkt ist es möglich Getränkekartons und Plastikflaschen sauber voneinander zu trennen (Sortierreinheit von über 98%) und anschliessend nach gängigen Methoden separat zu verwerten. Die Müller Recycling AG in Frauenfeld hat dazu im Frühling 2015 eine neue Sortieranlage in Betrieb genommen.

Blick Online (19.08.2016): Diese Maschine erkennt jeden Müll.

 

#2: Der Gesamtnutzen ist bei einer gemeinsamen Sammlung höher
Der Gesamtnutzen bei der gemeinsamen Sammlung (aus ökologischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Sicht) ist trotz Sortierkosten höher als wenn beide Verpackungen separat gesammelt werden. Grund ist laut Experten, dass die neue gemeinsame Sammlung konsumentenfreundlicher ist, was zu einer höheren Sammelmenge und einer tieferen Fehlwurfquote führt.

Carbotech AG (2016): Die Zukunft des Getränkekarton-Recyclings, S. 35.

 

#3: Die gemeinsame Sammlung bietet Synergien im Handel
Das Filialpersonal und die Entsorger können beide Fraktionen jeweils in einem Schritt dem Recycling zuführen. Durch die Nutzung von Leerfahrten von der Filiale zurück in die Zweigniederlassung/Verteilzentren werden keine Zusatzfahrten generiert. Die Sammelgüter werden von den Lastwagen, welche die Filialen mit Konsumgütern beliefern, mitgenommen. Die Zusammenlegung optimiert auch diesen Logistikprozess.

ALDI SUISSE; Heute für Morgen.

 

#4: Die gemeinsame Sammlung ist praktisch
Da zwei Fraktionen gemeinsam gesammelt werden, wird bei den Sammelstellen weniger Platz benötigt. Eine bestehende Plastikflaschen-Sammlung kann unkompliziert mit Getränkekarton-Recycling ergänzt werden. Auch für die Kunden ist die gemeinsame Sammlung von Getränkekartons und Plastikflaschen ein Vorteil, da der Entsorgungsvorgang vereinfacht wird. Beide Sammelgüter können zu Hause miteinander gesammelt werden und bei der Sammelstelle gibt es nur ein Einwurfloch für beide Verpackungen.

Gemeinsame Sammlung

Weiterführende Informationen

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