GETRÄNKEKARTON-RECYCLING IST ÖKOLOGISCH SINNVOLL

Getränkekartons stofflich zu verwerten statt zu verbrennen, ist ökologisch sinnvoll, da es aktive Ressourcenschonung ist. Bei einer Sammelquote von 75% könnte so viel Holz eingespart werden, wie in einem Jahr auf einer Fläche von 11 000 Fussballfeldern nachwächst.

Die neuste Studie von Carbotech, «Die Zukunft des Getränkekarton-Recyclings», zeigt, dass ein Recycling von Getränkekartons signifikant besser ist als die Verbrennung. So kann die Umweltbelastung um rund 40% reduziert werden. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass durch das Recycling die Ressource Holz geschont wird. Berechnungen zeigen zudem, dass es aus ökologischer Sicht keinen Unterschied macht, ob die Getränkekartons separat oder gemeinsam mit Kunststoffflaschen gesammelt werden. Im Gegenteil: Experten schätzen die gemeinsame Sammlung als konsumentenfreundlicher ein und erwarten daher höhere Sammelmengen und tiefere Fehlwurfquoten, was wiederum der Umwelt zugutekommt. Auszüge aus der neuen Studie «Die Zukunft des Getränkekarton-Recyclings» finden Sie hier.

 

Ein neues Kapitel im Recycling: Die gemeinsame Sammlung von Getränkekartons und Plastikflaschen

Es tut sich vieles auf dem Schweizer Recyclingmarkt. Das ist gut, denn Innovation ist wichtig, um auch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die gemeinsame Sammlung von Getränkekartons und Plastikflachen ist die jüngste Neuerung.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE: DIE KURZVERSION DER ÖKO-EFFIZIENZ STUDIE ZUM GETRÄNKEKARTON-RECYCLING

Die Basler Firma Carbotech AG analysierte im Auftrag von Getränkekarton-Recycling Schweiz ob das stoffliche Recycling von Getränkekartons ökonomisch und ökologisch Sinn macht. Die Zusammenfassung dieser Studie ist hier kostenlos zum Download verfügbar.

Ausschnitt:
Getränkekarton-Recycling senkt die Umweltbelastung
Gemessen mit der Bewertungsmethode der Umweltbelastungspunkte schneidet das Getränkekarton-Recycling (Recycling der Fasern sowie Verwertung des Rejects in einem Zementwerk) bis zu einem Drittel besser ab als die energetische Nutzung (bei der daraus Wärme und Strom bereitgestellt werden) des Getränkekartons in einer durchschnittlichen Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Auch im Vergleich mit einer energetisch optimierten KVA schneidet das Getränkekarton-Recycling tendenziell besser ab.
 
Die Kurzversion der Studie können Sie hier runterladen:
PDF Summary zur Studie: Öko-Effizienz Analyse Getränkekarton-Recycling

DER GETRÄNKEKARTON IM KREISLAUF DER NATUR

Etwa 30 Gramm leicht, minimaler Rohstoffeinsatz, im Ergebnis viel Inhalt und wenig Verpackung. So liest sich der Kurzsteckbrief eines Getränkekartons. Der Einsatz nachhaltiger Ressourcen sorgt dafür, dass der Getränkekarton im Vergleich mit anderen Getränkeverpackungen ökologischer ist.

In der Schweiz werden jährlich über 700 Millionen Getränkekartonverpackungen verkauft. Ein aseptischer Getränkekarton (also für Produkte, die ohne Kühlung gehalten werden) besteht zu 75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen (Zellstoff), zu 25 Prozent aus Aluminium und Polyethylen.
 
Nachwachsenden Rohstoffen gehört die Zukunft
Der Getränkekarton besteht zu 75 Prozent aus Zellstoff – gewonnen aus dem natürlichen und nachwachsenden Rohstoff Holz. Eine Ressource, die durch Aufforstung nahezu unbegrenzt zur Verfügung steht. Der Rohstoff zur Produktion von Getränkekartons stammt vorwiegend aus nordischen Regionen. Dabei werden nur so viele Ressourcen entnommen, dass sich das Oekosystem Wald immer wieder erneuern kann. Deshalb trägt der Rohstoff auch das FSC-Zertifikat, weil der Weg des verwendeten Holzes vom Wald bis zum Endprodukt lückenlos nachgewiesen werden kann.
 
Weshalb kommt das Holz aus Skandinavien?
Haben Sie gewusst, dass sich die Holzvorräte in Skandinavien in den letzten hundert Jahren mehr als verdoppelt haben? Nur gerade 75 Prozent des jährlichen Zuwachses werden derzeit produktiv genutzt. Das hängt damit zusammen, dass Forstleute den Begriff „Nachhaltigkeit“ schon sehr früh richtig interpretiert und entsprechend gehandelt haben. Die nordischen Länder verfügen damit über eine nachwachsende und nahezu unbegrenzte „Vorratskammer“ für einen Rohstoff, der natürlich produziert wird und sich laufend selbst erneuert.
 
Die Länge der Fasern macht den Unterschied
Der wichtigste Rohstoff für die Herstellung von Getränkekartons kommt überwiegend aus skandinavischen Wäldern. Hier wachsen die Bäume wegen des strengen Klimas langsamer als in Mitteleuropa. Konsequenz: Die Holzfaser einer schwedischen Fichte ist deutlich länger als die einer Schweizer Aus solchen langen, reissfesten Fasern lassen sich sehr stabile Kartons herstellen, vorwiegend Hülsenkartons, Faltschachteln und Wellkarton.
 
Gesundes Klima und intakte Umwelt
Keine Frage, dass die Ökobilanz schon in der Produktion überzeugt: Bäume im Wachstum entziehen der Luft CO2 und wandeln den Kohlenstoffanteil durch Photosynthese zu Holz um und Sauerstoff wird produziert. Darüber hinaus filtern Bäume Staub und Schwefel aus der Luft. Verbrennen oder verrotten Pflanzen, setzen sie nur die Menge an CO2 frei, die sie während des Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen und gespeichert haben. Deshalb ist der Rohstoff Holz weitgehend CO2-neutral und trägt dazu bei, den Treibhauseffekt abzumildern und der globalen Klimaveränderung entgegenzuwirken.
 
Gebrauchte Getränkekartons: Viel mehr als nur Abfall
Wie gesagt: Getränkekartons bestehen zu 75 Prozent aus Zellstoff. Und damit liefern sie der Kartonindustrie den begehrten Rohstoff für die Produktion von Hülsenkartons, Faltschachteln und Wellkarton. Aufgrund der langen reissfesten Fasern bringen Getränkekartons nach Gebrauch beste Voraussetzungen mit, um recycelt und zur Herstellung neuer Verpackungen verwendet zu werden.
 
Der kluge Kreislauf
Aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz werden Getränkekartons. Aus gebrauchten Getränkekartons werden die Zellstoffe zurückgewonnen, um daraus wieder weitere Verpackungen herzustellen. Und die Anteile Kunststoff und Aluminium können in Zementwerken als Ersatzbrennstoff genutzt werden. Das spart fossile Energieträger und damit wiederum CO2.
 
Der Blick nach vorne
Aktuell werden Getränkekartons in der Schweiz (noch) nicht recycelt, sondern über den normalen Hausabfall entsorgt und in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt. Die Ökobilanz kann aber bei der Entsorgung noch entscheidend optimiert werden. Indem Strukturen geschaffen werden, die gebrauchte Getränkekartons und deren wertvolle Rohstoffe nutzbar machen: Sammeln, recyceln und wiederverwerten – weil Getränkekartons viel mehr sein können, als nur Abfall – sie sind ein Wertstoff!

GETRÄNKEKARTONS: ÖKOLOGISCH TOP!

Die «NZZ am Sonntag» widmet sich in einem fundierten Beitrag dem Getränkekarton. Sie kommt zum Schluss, dass diese Verpackung für die Umwelt nicht schlechter sei als andere. Tatsächlich ist der CO2-Fussabdruck von Getränkekarton selbst ohne Recycling gar besser als jener von Gebinden, die wiederverwertet werden. Zu diesem Schluss kommen mehrere unabhängige Studien. Denn der Getränkekarton besteht zum grössten Teil aus Holzfasern, einem nachwachsenden Rohstoff. Verpackungen, die aus Erdöl hergestellt sind, schneiden schlechter ab, denn Erdöl ist keine nachhaltige Ressource.

GETRÄNKEKARTON: ZU WERTVOLL, UM IN DER VERBRENNUNGSANLAGE ZU ENDEN

Am 10. Februar 2011 fand im Rahmen der Messe NATUR die Podiumsdiskussion zum Thema „Getränkekarton-Recycling: Geht’s noch grüner“ statt. Unter der Leitung von Radio-moderatorin Karin Frei diskutierten Pierre Ammann (Verband Kehrichtverbrennungsanlagen) und Hans-Ulrich Schwarzenbach (Abfallverband der Zuger Gemeinden) engagiert mit Guido Hangartner (Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz) und Andreas Braun (Wellpappen-Rohpapierhersteller Mondi in Raubling bei München), einem Fachmann auf dem Gebiet des Getränkekarton-Recyclings.

ÖKOBILANZ GIBT GRÜNES LICHT

Gebrauchte Saft- und Milchkartons landen bisher im Kehricht. Die schweizerischen Verbrennungsanlagen nutzen die im Verpackungsmaterial gespeicherte Energie und gewinnen daraus Wärme und Strom.

Macht das stoffliche Recycling ökologisch trotzdem Sinn? Zur Abklärung dieser Frage braucht es eine Ökobilanz. Diese vergleicht die Umweltbelastung und -entlastung, die bei der Verbrennung respektive dem Recycling von Getränkekartons entstehen.
Daher gab Getränkekarton-Recycling Schweiz bei der Basler Firma Carbotech AG die Erstellung einer Ökobilanz in Auftrag. Anschliessend wurden die Resultate durch die EMPA überprüft.
In der Studie wurden verschiedene Berechnungsmethoden angewendet, um die Resultate abzusichern. Wird etwa die Methode der Umweltbelastungspunkte gewählt, schneidet das Recycling ein Drittel besser ab als die Kehrichtverbrennung. Etwas anders fällt das Ergebnis aus, wenn nur die CO2-Äquivalente betrachtet wird. Je nach angenommenen Eckwerten reduziert sich die CO2-Belastung beim Recycling gegenüber der Entsorgung in der Kehrichtverbrennungsanlage um 20 bis 80 Prozent. Die effektive Umweltbelastung hängt auch davon ab, ob die Konsumentinnen und Konsumenten den gebrauchten Getränkekarton mit kaltem oder heissem Wasser ausspülen.
Eine Überraschung zum Schluss: Bei allen Berechnungsmethoden zeigt sich, dass der Transport der gebrauchten Getränkekartons in der Ökobilanz kaum ins Gewicht fällt - selbst wenn der Ort der Verwertung im nahen Ausland liegt.