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Model AG stoppt Verwertung von Getränkekartons aufgrund fehlender Rahmenbedingungen

Die vorläufige Stilllegung der Recyclinganlage ist ein bedauerlicher Rückschritt für die Schweizer Kreislaufwirtschaft. Für das Getränkekarton-Recycling bedeutet das jedoch nicht das Aus. Der Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz (GKR) organisiert als Übergangslösung eine alternative Verwertung im grenznahen Ausland, was auch bei anderen gesammelten Materialien Usus ist.


Die Recyclinganlage in Weinfelden ist die Einzige für Getränkekartons in der gesamten Schweiz. Nun hat die Model AG beschlossen, die Verwertung von Getränkekartons vorläufig einzustellen. Was im Ausland schon seit 30 Jahren Standard ist, soll ausgerechnet in der rohstoffarmen Schweiz kurzfristig nicht mehr stattfinden.

Ein wesentlicher Grund für den Annahmestopp ist die unbefriedigende Auslastung der Anlage aufgrund eines nicht vorhandenen schweizweiten Sammelsystems für Getränkekartons. Um eine Verwertungsanlage in der Schweiz effizient und ökonomisch betreiben zu können, ist eine verlässliche Kapazitätsauslastung durch eine flächendeckende Sammlung unabdingbar. „Wir sind als Pionier mit einer neuen Anlage in Vorleistung gegangen im Vertrauen darauf, dass neue Sammelsysteme aufgebaut werden. Leider gibt es noch immer keinen vorgezogenen Recyclingbeitrag für die Sammlung von Getränkekartons in der Schweiz.“, so Daniel Ballmann (Chief Marketing & Communications Officer) der Model AG. Die Anlage wurde im Frühjahr 2017 in Betrieb genommen, und seither stetig weiterentwickelt. Um einen zukünftigen Betrieb seitens Model AG erneut zu prüfen, müsste die Auslastung der Anlage gewährleistet und einige technologische Herausforderungen gelöst werden.

Die Anlage der Model AG wäre grundsätzlich in der Lage weitere papierbasierte Materialien zu verwerten, die vermehrt als Ersatz für Kunststoffverpackung zum Einsatz kommen.


Wir sind als Pionier mit einer neuen Anlage in Vorleistung gegangen im Vertrauen darauf, dass neue Sammelsysteme aufgebaut werden. Leider gibt es noch immer keinen vorgezogenen Recyclingbeitrag für die Sammlung von Getränkekartons in der Schweiz.


Im grenznahen Ausland sind seit vielen Jahren zahlreiche Verwertungsbetriebe für Getränkekartons im Einsatz. «Die Kleinmengen, die momentan in der Schweiz gesammelt werden, reichen für die Model AG nicht aus. Mittelfristig können wir sie im grenznahen Ausland stofflich verwerten. Auch langfristig wären dort Kapazitäten vorhanden. Jedoch setzen wir uns gemeinsam mit der Model AG für eine Schweizer Lösung ein“, erklärt Simone Alabor, Geschäftsführerin des Vereins Getränkekarton-Recycling Schweiz.

Aktuell werden im Eidgenössischen Parlament die Forderungen nach einer Stärkung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz immer lauter. Der Verein Getränkekarton-Recycling möchte seine Expertise aktiv in die Debatte einbringen, um einen Beitrag zur Suche nach einer Lösung für ein systemisches Problem zu leisten. So gilt es, die Lücke der fehlenden Rahmenbedingungen zu füllen: Einheitliche Rahmenbedingungen für alle Verpackungen sind vor diesem Hintergrund entscheidend.

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